Wusstest Du, dass Du ganz ähnlich aufgebaut bist wie eine Orange?

Das Universum benutzt universelle Baupläne – einer davon ist das Schichten-Modell.

Auch im Yoga kennen wir im Zusammenhang mit den Koshas das Konzept der Schichten – hier wird davon ausgegangen, dass die menschliche Natur und die Bewusstwerdung ebenfalls in Schichten gegliedert ist.

Vieles in unserer Welt ist in Schichten aufgebaut – z.B. die Erde, Atome, Bäume, Zwiebeln, Orangen – und eben auch Dein Körper durch das Faszien-Netz! Die äußerste Schicht der Orange, also die wirklich orangene Haut entspricht unserer Haut – diese gehört nicht zu den Faszien, sondern zum Epithelgewebe.

Direkt unter der Haut befindet sich die erste fasziale Schicht, die den gesamten Körper wie eine zweite Haut unter der Haut umschließt: die oberflächliche Körperfaszie. Diese besteht aus zwei Fettschichten in die eine Faszienschicht, die sogenannte Fascia superficialis eingebettet ist. Die nächste tiefere Schicht ist dann die Fascia profunda, eine sehr dichte, stabile dritte Ganzkörperschicht, die uns letztlich zusammenhält. All diese Schichten gemeinsam ergeben die sogenannte oberflächliche Körperfaszie und entsprechen der dicken weissen Hülle bei der Orange, die direkt unter der Haut sitzt. Im menschlichen Körper sitzen in diesen Schichten besonders viele Rezeptoren für die Körperwahrnehmung. Bei den Räkel-Dehungen im Faszien Yoga sprechen wir besonders viele davon an, weshalb Du Dich nach solch einer Dehnung oft besonders wohl und präsent in Deinem Körper fühlst.

Wenn wir nun diese dicke, weiße Hülle der Orange abschälen, so kommen darunter die einzelnen Orangen-Segmente zum Vorschein, die wiederum jeweils von einer eigenen, dünneren Haut um schlossen sind. Ähnlich verhält es sich im Körper: Unsere Muskeln weisen ebenfalls eine äußere Umhüllung auf, das sogenannte Epimysium.

Wenn wir die Haut eines dieser Orangenschnitze vorsichtig mit einem Obstmesser öffnen, so wird sichtbar, dass im Inneren des Schnitzes wiederum winzig kleine, von einer sehr, sehr dünnen Haut umschlossene kleine Päckchen vorliegen. Erst wenn wir diese öffnen, kommt uns dann der Orangensaft entgegen.

Auch im menschlichen Körper verzweigen sich die Faszienschichten in der Muskulatur und auch den Organen immer dünner werdend nach innen und bilden so kleinere, gegeneinander abgegrenzte Bereiche. Im Muskel nennt sich diese Schicht Perimysium.

Im Gegensatz zur Orange, geht es in der Muskulatur nochmals eine Schicht weiter nach Innen, denn auch jede einzelne Muskelfaser ist von einer hauchdünnen Faszienschicht umgegeben, dem sogenannten Endomysium. Kleinste Mikroverletzungen in diesen Schichten führen zu dem Phänomen, das wir als Muskelkater – oder besser noch: Faszien-Kater kennen.

Ähnlich wie bei der Orange – deren geschichteter Bauplan dazu dient, den wertvollen Saft in kleinen, sicheren Einheiten zu verpacken speichert auch unser Faszien-Netz einen Großteil des im Körper gespeicherten Wassers wie ein Schwamm.

Vielleicht ist es Dir schon einmal passiert, dass Du eine Orange erwischt hast, die Innen fast wie „vertrocknet“ war. Auch unser Faszien-Netz kann bei ungenügender Stimulation den Wassergehalt verändern, was dazu führen kann, dass die Schichten nicht mehr optimal aneinander gleiten können und wir uns ziemlich eingerostet fühlen. Hier wirken wir mit Faszien Yoga optimal entgegen und halten unser Faszien-Netz gut durchfeuchtet und geschmeidig.

Probiere dies gleich aus mit dem „Faszialen Sonnengruß“ in der ersten Lektion meines online Kurses „Einführung Integrales Faszien Yoga„.

 

 

2017-11-04T18:50:10+00:00